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Saar-Lor-Lux unter dem Regenbogen – Ein Fazit

Am heutigen Abend wurde im Anschluss an eine mitunter mit recht provokanten Fragen gespickte Podiumsdiskussion der zwanzigste CSD-Saar-Lor-Lux unter dem Motto „Traut euch! Im Bundestag Ehe öffnen!“ eröffnet. Leider konnte ich die Diskussion zwischen dem Sprecher des LSVD Saar und Vertreter*innen verschiedener Parteien nur in Teilen verfolgen. Das, was mir zu Ohren kam, war allerdings durchaus aufschlussreich.

Bevor mich eins falsch versteht: Ich unterstütze die LGBTIQ-Community, anerkenne die Leistungen von Verbänden wie dem LSVD. Und ich möchte keinesfalls die Diskriminierungen, die vor allem Homosexuelle und Transmenschen nicht nur rechtlich, sondern meist vor allem in ihrem sozialen Umfeld erfahren, bagatellisieren. Dennoch frage ich mich, wie es sein kann, dass gerade diejenigen, die aus eigener Erfahrung wissen, wie es sich anfühlt, als „krank“ oder „abnorm“ abgestempelt zu werden, die, im Gegensatz zu den weitaus meisten Angehörigen der statistischen Mehrheit, wissen, was Diskriminierung wirklich bedeutet, ihrerseits eine Diskriminierung nicht wahrnehmen, wenn sie geschieht. Diskriminierung wegen der sexuellen Orientierung und der Geschlechteridentität müsse aufhören, fordern die Teilnehmer*innen der Podiumsdiskussion einstimmig. Richtig. Doch wenn im Folgenden die sexuellen Orientierungen genannt werden, die unter Diskriminierungen zu leiden haben, werden Homo- und Bisexualität genannt, unter den Geschlechteridentitäten Inter und Trans. Was unterschlagen wird, ist Asexualität. Einer Minderheit innerhalb einer bunten Vielfalt von Minderheiten wird somit mal eben ihre Existenz abgesprochen.

Solange Asexualität nicht hochoffiziell als sexuelle Orientierung geführt wird, existiert sie offensichtlich auch für das Allgemeine Gleichstellungsgesetz nicht. Und was nicht existiert, kann nicht diskriminiert werden. Doch, um es mit den Worten von Sciatrix zu sagen: Es ist kein Privileg, unsichtbar zu sein. Im Gegenteil. Unsichtbarkeit sorgt nur umso mehr für das Gefühl, nicht richtig zu „funktionieren„. „Defekt“ zu sein. Nicht „normal„.

In einer Welt, in der hoffentlich bald jedes Empfinden normal sein wird.

Außer das meine.

 

Einen nachdenklichen Pride-Monat wünscht

Euer Nixblix.

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