Allgemein

Für das Zwischendurch IX

Kurzer Nachtrag zu meinem jüngsten Beitrag:

Ich habe mir das Geschlechterverhältnis innerhalb der „gemischten“ Anthologien mal näher angeschaut, die ich 2016-2018 gelesen habe, und bin zu folgendem Ergebnis gekommen:

Carmilla DeWinter (Hrsg.), Arbeitsbericht des Bundesamtes für magische Wesen: Migration, Heimat und Herkunft (Books on Demand/Eigenverlag 2016) 145 Seiten. ISBN 978-3-839-10380-7.

11 Autorinnen, 2 Autoren.

George R. R. Martin/Gardner DoZois (Hrsg.), Königin im Exil und 20 weitere Kurzromane (blanvalet 2015) 1115 Seiten. ISBN 978-3-7341-6012-7.

12 Autorinnen, 10 Autoren.

Christian von Aster (Hrsg.), Die Baker Street Artefakte. Spektakuläre Entdeckungen in einem Saarbrücker Hinterzimmermuseum (Feder und Schwert 2015) 242 Seiten. ISBN 978-3-86762-249-3.

7 Autorinnen, 9 Autoren.

Christian von Aster (Hrsg.), Boschs Vermächtnis. Geschichten aus dem Garten der Lüste (Edition Roter Drache 2018) 430 Seiten. ISBN 978-3-946425-40-3.

12 Autorinnen, 20 Autoren.

Hartmut W. H. Köhler (Hrsg.), Das Haus am Zeilenweise-Platz (Pressel 2011) 140 Seiten. ISBN 978-3-937950-98-3.

6 Autorinnen, 6 Autoren.

Alex Jahnke (Hrsg.), Reiten wir! Phantastikautoren für Karl May (Edition Roter Drache 2017) 437 Seiten. ISBN 978-3-946425-32-8.

9 Autorinnen, 15 Autoren.

Basement Tales. Vol. 1 – Bodensatz (The Dandy Is Dead 2018) 48 Seiten. ISBN 978-3-9476-5201-3.

2 Autorinnen, 2 Autoren.

Basement Tales. Vol. 2 – Sperrgebiet (The Dandy Is Dead 2018) 48 Seiten. ISBN 978-3-947652-04-4.

2 Autorinnen, 3 Autoren.

Wenn ich jede*n Autor*in nur einmal zähle, komme ich insgesamt auf 49 Autorinnen und 50 Autoren. Mit Ausnahme von „Reiten wir!„, „Boschs Vermächtnis“ und dem „Arbeitsbericht des Bundesamtes für magische Wesen“ ist das Geschlechterverhältnis innerhalb der Anthologien folglich sehr ausgeglichen. Dass es innerhalb einzelner Anthologien nicht ausgeglichen ist, könnte eins selbstverständlich nun als Missverhältnis lesen.

Was meiner Ansicht nach vor allem dann geschieht, wenn dem Geschlecht eine Bedeutung beigemessen wird, die über das hinausgeht, was die entsprechende Person geschrieben hat, die meiner Ansicht nach sogar nicht das Geringste damit zu tun hat. Missverhältnisse werden gesehen, wenn Unterschiede gemacht werden, wenn Unterschiede künstlich betont werden.

Berücksichtigt eins allerdings, dass die Auswahl von Beiträgen für eine Anthologie nach gewissen Kriterien erfolgt, die erfüllt sein müssen, zeigt sich nur, dass bestimmte Geschichten qualitativ und inhaltlich gepasst haben, andere wiederum nicht. An dieser Stelle zu implizieren, das Geschlecht der schreibenden Person könnte bei der Auswahl ebenfalls eine Rolle gespielt haben, unterstellt den Herausgebenden sexistisches Denken und Voreingenommenheit. Eher wahrscheinlich ist es, dass eine herausgebende Person Leute mit bekannten Namen oder solche Autor*innen bevorzugt, mit denen persönliche Sympathien und/oder stilistische Vorlieben verbunden sind. Eine gewisse Voreingenommenheit, was Themen und Inhalte angeht, die rezensiert und gelesen werden, will ich nicht abstreiten – da bin ich ganz Carmilla DeWinters Ansicht; Menschen sind Gewohnheitstiere -, aber ich zweifle eben daran, dass sie in irgendeiner Weise auf das Geschlecht der schreibenden Person bezogen sein soll.

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