Asexualität

„Danke, aber meine Worte gefallen mir besser.“

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Dies war der Titel meines knapp halbstündigen Vortrags auf der diesjährigen AktivistA in Stuttgart, den ich im Folgenden vorstellen möchte.

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Das titelgebende Zitat stammt aus einer Szene des Films „Lord of War„, in der recht eindrucksvoll demonstriert wird, dass die Deutungshoheit bei jenen liegt, die die Macht in Händen halten. Gleichzeitig allerdings spiegelt der Einwurf des Waffenhändlers (linkes Bild in der Mitte) „Es heißt nicht `Lord of War´ … Es heißt `Warlord´.“ wieder, womit Asexuelle sich häufig konfrontiert sehen: Uns wird gelegentlich beim Coming Out vorgeworfen, wir würden den falschen Begriff verwenden, um unser Empfinden zu beschreiben, oder wir stoßen auf der Suche nach einem passenden Begriff auf Worte wie „frigide“, „verklemmt“, „lustlos“, „Stockfisch“, „Spätzünder“, uvm. Allesamt nicht besonders aufbauend, weil samt und sonders abwertend, spöttisch und teils sogar eine Störung unterstellend. Und vor allem eines: Hinweise darauf, dass es sich um änderbare Zustände handelt.

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Asexuelle fühlen jedoch tief in sich, dass ihr „Zustand“, ihr Empfinden, nicht vorübergehend, nicht änderbar ist, sondern dauerhaft. Also suchen sie weiter nach einem passenden Begriff für sich selbst. Die regelhaft geschilderte Erleichterung und das häufig beschriebene Gefühl, am Ende einer Suche angekommen zu sein, verdeutlichen, dass es sich bei „Asexualität“ in den Augen der Suchenden um den Begriff handelt, der ihr Empfinden am besten beschreibt. Warum also sich ein anderes Wort vorschreiben lassen, bloß, weil die Bedeutung von „Asexualität“ als einer sexuellen Orientierung bislang noch kaum bekannt ist?

Warum nicht unsere eigenen Worte verwenden, wie es der Warlord … ähem … der Lord of War tut? Haben Außenstehende das Recht der Deutungshoheit über mein persönliches Empfinden? Nein. Jeder Mensch hat das Recht auf Selbstbestimmung. Mein Empfinden verdient mit meinen eigenen Worten beschrieben zu werden. Niemand hat das Recht, einem anderen Menschen zu sagen: „Du empfindest in Wahrheit so … und nicht so, wie du das beschreibst.“ Das nennt sich Fremdbestimmung und ist nicht nur überheblich, sondern auch unverschämt und kann gar als Grenzüberschreitung wahrgenommen werden. Denn jeder Mensch kennt sich selbst am besten. Und wenn ihm die Worte fehlen, sich selbst adäquat zu beschreiben, benötigt er neue Worte.

Um meinen Partner zu zitieren: „Nicht wir sind falsch. Die Worte sind falsch.

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Wie jedoch gelangt ein Mensch an die passenden Worte, wenn er sie nicht gerade selbst erfindet – und dadurch in Kommunikationsschwierigkeiten mit seinen Mitmenschen gerät, weil sie nicht dieselben Worte verwenden?

Glücklicherweise sind wir nicht mehr in der Verlegenheit, einen Begriff für unsere sexuelle Orientierung zu finden, weil er bereits existiert. „Asexualität“ als Selbstbezeichnung für Menschen, die keine oder geringe sexuelle Anziehung zu anderen empfinden und/oder kein bzw. nur geringes Verlangen nach sexueller Interaktion haben, entstand in einem jahrelangen Diskurs, in dessen Verlauf 2001 AVEN gegründet wurde. Aber wir erleben noch immer, welche Schwierigkeiten es bereiten kann, das eigene Empfinden, die eigene Wahrnehmung der Welt, in eigenen Worten zu beschreiben. Mit den Begriffen „Asexualität“ und „asexuell“ allein ist nichts gesagt. Die Begriffe allein genügen nicht, damit Menschen sich damit identifizieren – es braucht Beschreibungen, wie jene, die es tun, die Welt und ihre Mitmenschen wahrnehmen. Die Begriffe müssen sozusagen mit Bedeutung gefüllt werden. Dann, und nur dann, erkennen sich Menschen in ihnen wieder, wird ihnen die Ähnlichkeit zu ihrem eigenen Erleben und Empfinden bewusst. Und am effektivsten gelingt dies, wenn Asexuellen zugestanden wird, ihre eigenen Worte zu verwenden. Wenn sie die Deutungshoheit über ihr Empfinden innehaben und sich nicht der Deutungshoheit anderer unterordnen müssen.

Was zunächst als individueller Prozess anmuten mag, findet trotzdem vor allem im Diskurs mit anderen statt. Im Diskurs fallen erst Unterschiede im Empfinden auf und im Diskurs entstehen Möglichkeiten, diese Unterschiede zu benennen. Wenn im Folgenden also von „Deutungshoheit“ die Rede ist, ist damit stets die Selbstbestimmung gemeint, die Erschaffung und Verwendung eigener Worte für das eigene Empfinden, um hermeneutische Ungerechtigkeit auszugleichen. Deutungshoheit darf sich nicht in den Händen einiger weniger konzentrieren, denn dann laufen wir Gefahr, dass jeglicher Diskurs, jegliche konstruktive Auseinandersetzung mit Begriffen und Themen im Keim erstickt wird. Dann sprechen wir von Fremdbestimmung und im schlimmsten Fall von Propaganda.

Dann sprechen wir von dem, wovor Tom Schimmeck explizit warnt:

„Wer die Begriffe prägt, die passenden Geschichten in die Welt setzt, lehrt Luntz*, der steuert die Wahrnehmung der Öffentlichkeit. Und so deren Ausdeutung der Realität.“
„Propaganda will die öffentliche Wahrnehmung neu formen. […] Entscheidend für den Erfolg ist, schnell die Außenseiterposition zu überwinden, sich als eigentliches Zentrum, als Stimme der Vernunft zu definieren und so eine neue Normalität zu fabrizieren.“
Tom Schimmeck, Am besten nichts Neues. Medien, Macht und Meinungsmache (Westend 2010) S. 118; S. 197.
*Frank Luntz, Meinungsforscher und politischer Berater, Autor u.a. von „Words that work – It´s not what you say, it´s what people hear“ (2007) und „What Americans really want … really“ (2009). Formulierte für den Wahlkampf der republikanischen Partei zahlreiche Begriffe wie zum Beispiel „Globale Erwärmung“ in Euphemismen wie „Klimawandel“ um.

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Ziel meines Vortrages war es, Bereiche aufzuzeigen, in denen Informationen über Asexualität und asexuelles Empfinden vermittelt werden können, und gleichzeitig die Frage zu stellen, wer in den einzelnen Bereichen die Deutungshoheit über dieses Thema innehat und was wir als Teile verschiedener asexueller Communities dafür tun können, um an dem Diskurs teilzuhaben.

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Möglichkeiten, über Asexualität zu informieren. Pro und contra.

Wir sehen, dass in Bereichen wie der Presseberichterstattung und bei der Darstellung asexueller Charaktere in Film und Fernsehen nur wenig Möglichkeiten der Mitsprache gibt. Redaktionen wählen asexuelle Interviewpartner*innen nach ihren Vorstellungen aus, die teilweise auf bestimmten Klischees beruhen (keine negativen sexuellen Erfahrungen, möglichst keine dysfunktionalen Familienverhältnisse, möglichst keine äußerlichen Auffälligkeiten wie starkes Über- oder Untergewicht, möglichst extrovertiert und kontaktfreudig, möglichst keine anderen Merkmale wie Neurodiversität, Transidentität, uvm.), haben in der Regel das letzte Wort (von 53 von mir untersuchten Artikeln waren nur 9 nicht durch die Redaktion kommentiert) und scheinen redlich bemüht, die Existenz des „Phänomens“ Asexualität durch Aussagen von „Autoritäten“ aus der Forschung zu „untermauern“ – ein besonders gefährlicher Kniff, denn zum einen stellen deren Aussagen allzu oft infrage, dass es sich um eine lebenslange sexuelle Orientierung handelt, und zum anderen existiert in Deutschland (noch) keine Forschung zum Thema „Asexualität“, was den Lesenden aber nicht bewusst wird, wenn sie in ihrem Leben nur einen Artikel darüber lesen. Das Einbringen einer zweiten Sicht in den Diskurs ist durchaus sinnvoll, wie das Beispiel der kanadischen Forschung um Anthony Bogaert, Lori Brotto und andere demonstriert. Denn dort lässt sich ein reger Austausch zwischen den asexuellen Communities und den forschenden Instituten beobachten. Die innerhalb der Communities geprägten Begriffe fanden Eingang in die Terminologie der Forschenden. Eine zweite Sicht ist gut. Aber wenn diese zweite Sicht die dominante ist und sogar von den interviewten oder in Film und Fernsehen dargestellten Asexuellen selbst übernommen wird – wenn Asexuelle also in der medialen Vermittlung nicht ihre eigenen Worte, sondern die Worte der anderen verwenden, ihre Asexualität an den Maßstäben allosexueller Menschen messen, ihre Deutungshoheit über ihr Empfinden nicht in Anspruch nehmen – gibt es letztlich doch wieder nur EINE Sicht. Und keinen echten Diskurs.

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Presseberichterstattung in Deutschland und die Problematik daran. Ace-Kuchen mit noch viel zu großem Stück (links unten) an Presseartikeln ohne asexuelle Perspektive.

Ganz anders sieht es aus, wenn Informationen im direkten Kontakt, etwa auf Veranstaltungen wie den Christopher-Street-Days oder über Schulaufklärung oder Vorträge, verbreitet werden. Hier liegt die Deutungshoheit zwar einseitig bei den Vortragenden, aber es kann ein Diskurs entstehen. Nachteil an dieser Art der Informationsvermittlung ist die im Gegensatz zur Presse deutlich geringere Reichweite.

Ähnlich gering, aber ungleich nachhaltiger, ist die Reichweite von Forschungsergebnissen, die aufgrund ihrer erschwerten sprachlichen und sonstigen Zugänglichkeit zunächst nur das zahlenmäßig geringe Fachpublikum erreichen, ehe sie – oft über Umwege in Gestalt vereinfachter Zusammenfassungen – nach Jahren oder gar Jahrzehnten die breite Öffentlichkeit erreichen.

Ein vergleichbares Problem besteht bei der Verbreitung von asexuellen Narrativen in literarischen Werken, allerdings sind diese weitaus schneller und besser zugänglich. Und sie bieten den Vorteil einer ungefilterten, von eigenen Worten geprägten Sicht. Obwohl es im Vergleich zu Pressetexten ungleich länger dauert, bis literarische Texte dieselbe Menge an Menschen erreicht, wirken ihre Inhalte doch länger nach und werden stärker verinnerlicht. Beschäftigen sich die Lesenden doch viel intensiver mit Literatur als mit täglich neu und in einer schier unüberschaubaren Menge erscheinenden Presseartikeln und regt die Identifikation mit fiktiven Charakteren doch an Emotionen.

Sie hatte für sich herausgefunden, ja, sie war mittlerweile überzeugt davon, dass sich in den Tiefen der Bücher jede Art von Krankheit und Leiden fand und deren Heilung. Sie steckten voll Verrat, Einsamkeit, Mord, Wahn und Wut, es gab alles, was einem das eigene Leben schwermachte und es ruinierte, vom Leben der anderen ganz zu schweigen, und konnte es dann nicht lebensrettend sein, über bedruckten Seiten Tränen zu vergießen? Man mochte in einem afrikanischen Roman oder in einer Erzählung aus Korea auf einen Seelenverwandten treffen, und begriff man so nicht, wie sehr die Leiden der Menschen einander ähnelten, wie wenig Unterschiede es eigentlich gab, wie einfach es war, miteinander zu reden, einander anzulächeln, zu berühren und wahrzunehmen, es spielte keine Rolle, auf welche Weise – um einander im täglichen Leben weniger Schmerz zuzufügen?
Christine Féret-Fleury, Das Mädchen, das in der Metro las (2018) S. 156.
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Eine unvollständige Liste asexueller Charaktere in Fernsehserien (Varys bis Voodoo) bzw. in Romanen und Erzählungen (Heilika bis Raupe). Sowie Links zu einer Liste weiterer Werke und zu einem sehr anschaulichen Essay (siehe Quellenverzeichnis).

 

Narrative haben Macht.

Erzählen wir sie.

Für Menschen, die wie wir auf der Suche nach sich selbst sind, die nach Worten für ihr Empfinden suchen, die ein Gefühl tiefer Erleichterung verspüren, wenn sie plötzlich erkennen: „Ich bin damit nicht allein.“

Und seien wir uns unserer Deutungshoheit, der darin wohnenden Macht und der dazugehörigen Verantwortung bewusst.

Lasst uns aufhören, die Deutungshoheit über unser Empfinden an andere abzutreten.

Es reicht nicht, die Käfige aufzubrechen, die Menschen müssen auch aufhören, Affen zu sein.
Deniz Utlu, Die Ungehaltenen (2015) S. 105.

Hören wir auf damit, Affen zu sein.

 

 

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Quellen

Linksammlung

(ergänzend zu den im Text verlinkten Quellen)

https://www.vox.com/culture/2018/3/26/16291562/asexuality-tv-history-bojack-shadowhunters-game-of-thrones

http://acepride.blogspot.de/2017/10/wann.html

https://www.buzzfeed.com/vchiu/why-we-need-better-asexual-characters?utm_term=.sc1qNEVO2#.kg1qoJEOG

Jennifer A. Smart, Space for Aces: Finding a home in a sexual world. The Asexual Vol. 2, Issue 1, 2018, S. 11-15.

https://www.asexuality.org/en/topic/9289-asexual-bookshelf/

http://claudiearseneault.com/?page_id=1320  >> Datenbank asexueller und/oder aromantischer fiktiver Charaktere.

https://www.fanfiktion.de/s/566851fb0000be2b26451f56/1/Asexualitaet

https://www.universityaffairs.ca/features/feature-article/asexuals-the-group-that-kinsey-forgot/

https://asexualagenda.wordpress.com/2012/10/07/asexuality-prevalence-and-associated-factors-in-a-national-probability-sample/

https://med-fom-brotto.sites.olt.ubc.ca/files/2014/11/Yule-Brotto-Gorzalka-2017-Human-asexuality-What-do-we-know-about-the-lack-of-sexual-attraction-4734.pdf

https://med-fom-brotto.sites.olt.ubc.ca/files/2017/04/Brotto-Yule-2017-Asexuality-Sexual-orientation-paraphilia-sexual-dysfunction-or-none-of-the-above-.pdf

https://med-fom-brotto.sites.olt.ubc.ca/files/2014/11/Yule-Gorzalka-Brotto-2017-Sexual-fantasy-masturbation-among-asexual-individuals-An-in-depth-exploration-4754.pdf

Presseartikel

(nach Erscheinungsjahr geordnet)

Artikel mit asexueller Perspektive, durch Redaktion und teilweise Forschende kommentiert:

https://www.heise.de/tp/features/Kein-Sex-und-Spass-dabei-3436855.htmlhttp://www.c6m.de/magazin/themen_texte/2006/01/1137991892.php

https://www.stern.de/gesundheit/sexualitaet/asexualitaet-sex—nein-danke–3592586.html

https://www.welt.de/wissenschaft/article1360996/Was-fuehlt-ein-Asexueller-auf-der-Erotik-Messe.html

https://www.zeit.de/zeit-wissen/2005/03/g_asexuell/komplettansichthttp://www.spiegel.de/panorama/asexualitaet-wenn-menschen-keine-lust-auf-sex-haben-a-854038.html

https://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/sexualitaet/erotik/sextrends/asexualitaet_aid_15380.htmlhttps://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.asexualitaet-mehr-als-kuessen-ist-nicht-erwuenscht.543194f4-2bde-4006-a120-680f40734935.html

https://www.welt.de/vermischtes/article119591949/Die-junge-Frau-die-keine-Erregung-empfindet.html

https://www.jetzt.de/jetztgedruckt/bitte-nur-kuscheln-587432

http://www.bento.de/gefuehle/asexualitaet-was-es-ist-und-wie-sich-diese-form-der-sexualitaet-auf-deine-beziehung-auswirkt-393247/

https://www.welt.de/vermischtes/article151180778/Ich-sehe-Menschen-neutral-Sie-sind-einfach-da.html

You-Tube-Video auf dem Kanal „Alina – die Liebe und der Sex“: „Noch nie Sex, noch nie Schmetterlinge“ vom 14.09.2016.

https://www.wunderweib.de/asexualitaet-wie-es-ist-mit-dem-partner-keinen-sex-zu-haben-14544.html

https://mobil.siegessaeule.de/no_cache/newscomments/article/3475-verein-zur-sichtbarmachung-von-asexualitaet-viele-sind-erstmal-befremdet.html

https://www.jetzt.de/liebe-und-beziehung/liebesbriefe-eines-paares-bei-dem-einer-asexuell-ist

http://www.deutschlandfunkkultur.de/asexualitaet-als-lebensform-was-habt-ihr-nur-mit-dem-sex.976.de.html?dram:article_id=338355

https://ze.tt/wenn-die-liebe-ohne-sex-auskommt/

http://www.spiegel.de/gesundheit/sex/asexualitaet-eine-frau-erzaehlt-von-ihrem-leben-ohne-sex-a-1216976.html

https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/asexualitaet-keine-lust-auf-sex

https://www.vice.com/de/article/9knjna/eine-asexuelle-erklart-wie-es-ist-nie-lust-auf-sex-zu-haben

https://www.swr3.de/aktuell/Wenn-ich-mir-einen-Zungenkuss-vorstelle-ist-das-schon-abstossend/-/id=4382120/did=4717282/otlraf/index.html

https://www.ksta.de/koeln/asexualitaet-ein-glueckliches-leben-ohne-sex—eine-koelnerin-erzaehlt-30041224

https://www.ksta.de/panorama/marcel-schwalb-ist-asexuell–ich-hatte-nie-dieses-sexuelle-erwachen–30041702

http://www.20min.ch/schweiz/news/story/Gruenen-Politikerin-outet-sich-auf-Youtube-als-asexuell-15482635

https://www.jolie.de/sex/asexualitaet

Artikel mit asexueller Perspektive, von Asexuellen selbst verfasst und unkommentiert:

http://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/jugend-ohne-sex-wir-bleiben-keusch-aus-prinzip-a-451104-2.html

http://fudder.de/asexualitaet-ich-bin-28-jahre-alt-und-hatte-noch-nie-sex–118318123.html

https://cafebabel.com/de/article/asexualitat-schlimm-wenn-man-lieber-kuchen-mag-5ae007d3f723b35a145e2883/

http://www.queer.de/detail.php?article_id=23323

https://www.zeit.de/community/2015-05/asexualitaet-beziehung-erfahrung

http://www.genios.de/presse-archiv/artikel/BRIG/20151028/-zungenkuesse-nein-danke/A62607060.html

http://www.bento.de/gefuehle/asexualitaet-erfahrungsbericht-menschen-erzaehlen-wie-sie-damit-umgehen-427456/

https://www.stern.de/neon/herz/asexualitaet–so-fuehlt-sich-das-an–wenn-man-keinen-sex-haben-will-7674090.html

https://www.brigitte.de/aktuell/stimmen/sexualitaet—ich-bin-asexuell—was-das-wirklich-bedeutet-10174232.html

Artikel ohne asexuelle Perspektive, dafür teilweise mit Forschungsmeinung:

https://www.mainpost.de/aktiv-region/specials/lifestyle/elmarswelt/art3932,3222828

https://www.jetzt.de/sexkritik/das-merkwuerdige-verhalten-geschlechtsloser-amoeben-zur-paarungszeit-23539

https://www.welt.de/wissenschaft/article2521573/Immer-mehr-Menschen-vergeht-die-Lust-auf-Sex.html

https://sz-magazin.sueddeutsche.de/alphabet-der-sexualitaet/a-asexualitaet-75566

http://www.intimatemedicine.de/menschen-und-sex/sind-sie-asexuell/

https://www.bernerzeitung.ch/leben/gesellschaft/Menschen-ohne-Unterleib/story/13115292  >>  Dieser Artikel wurde darüber hinaus sowohl im Tagesanzeiger als auch im Online-Magazin texted veröffentlicht.

https://www.dasgehirn.info/handeln/liebe-und-triebe/wo-ist-nur-die-libido-geblieben

http://aware-magazin.ch/2016/11/zeige-mir-deine-lust-und-ich-sage-dir-ob-du-asexuell-bist/

https://www.heise.de/tp/features/Sind-wir-nicht-alle-ein-bisschen-queer-3813180.html?seite=all

https://www.bildderfrau.de/lust-liebe/liebe-sex/article212410775/Asexualitaet.html

https://www.bildderfrau.de/lust-liebe/liebe-sex/article209950767/Asexualitaet-Wenn-die-Lust-fehlt.html

https://www.n-tv.de/leben/Ich-will-keine-Blumen-ich-will-Sex-article20482456.html

https://www.fem.com/videos/liebe-lust/asexualitaet-keine-lust-auf-sex-das-steckt-dahinter

https://www.swr3.de/aktuell/Kein-Interesse-an-Sex/-/id=4382120/did=4716558/1ddyaxg/index.html

https://www.focus.de/familie/partnerschaft-meine-frau-ist-asexuell_id_7349405.html

https://www.maennergesundheit.info/erektionsstoerungen/ursachen/asexualitaet.ht

https://bessergesundleben.de/asexualitaet-fehlendes-verlangen-nach-sex/ ml

http://www.viva.tv/blogs/outandproud/posts/74810-kein-bock-auf-sex-was-bedeutet-eigentlich-asexualitat

Auffällig, wie bösartig manche, wie beispielsweise die Artikel auf heise-online, jetzt und in der Mainpost, sind. Fast könnte eins meinen, da hätten welche Angst, ihnen würde etwas weggenommen oder jemand wolle ihre Sexualität in Frage stellen.

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5 Gedanken zu „„Danke, aber meine Worte gefallen mir besser.““

  1. Wow, wow und: WOW! Einfach Klasse, das Ganze wieder zu erleben – das brachte mich für ein paar Momente wieder in die Weissenburg zurück 😉 Und dass ich hier zitiert werde wie ein Autor, Wissenschaftler oder Publizist, treibt mir ein wenig Rot in die Wangen – und dann noch die Erwähnung als dein Partner: ich bin hin und weg, fühle mich voll geehrt und bin – in aller Demut – schon stolz einem solchen Projekt mit einem kleinen bescheidenen Beitrag gedient zu haben!!

    Und dass dein Vortrag sehr gut ist, der Ambivalenz zwischen Konsensfindung einerseits – Wunsch nach Anerkennung / Selbstfindung andererseits fundiert auf den Zahn fühlt und mit einem beherzten Fußtritt Anschubhilfe gibt der eigenen Orientierung im eigenen Denken Raum zu schaffen, steht außer Frage!

    CHAPEAU!!!

    M

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  2. Ein paar allgemeine Gedanken:

    Der große Vorteil methodologisch seriös forschender Wissenschaft gegenüber den anderen von „extern“ ausgehenden Formen sich mit dem Thema zu beschäftigen ist für mich die Möglichkeit unterliegende Gemeinsamkeiten und Unterschiedene zumindest auf der Gruppenebene objektiv zu extrahieren (wie das z.B. beim AIS oder auch der Forschung zu Unterschieden zwischen der Gruppe der Asexuellen und Personen mit HSDD passiert aber auch bzgl. solcher globaler Fragen wie Diskriminierung von Asexuellen), die dann wiederum eine zentrale Grundlage für „offizielle“ Informationsvermittlung im Bereich der Bildung und für politische Entscheidungen mit Bezug zur Gruppe der Asexuellen sein sollten bzw. meiner Meinung nach sogar sein müssen. Daher geht es in dem Bereich auch nicht einfach nur um eine andere Perspektive auf das Thema sondern um den Versuch der „Wahrheit“ ein Stück näher zu kommen. Das ist prinzipiell weder im (primär politisch motivierten) Aktivismus noch in den diversen Formen medialer Darstellung und Selbstdarstellung oder der Unterhaltungsliteratur gegeben zumal dann nicht wenn das Narrativ mehr oder weniger deutlich von der Wirklichkeit (auch der des eigene Lebens wenn man von sich selbst erzählt) abweicht (und genau diese Diskrepanz ist ein Problem, welches im Bereich Asexualität bei in der Öffentlichkeit stehenden Personen nicht gerade selten aufgetreten ist bzw. nach wie vor auftritt). Das Hauptproblem der Fokussierung auf CSD und co. als Plattform sehe ich dann bekannter Maßen wiederum weniger in der (geringen) Wirkung sondern in der damit zwangsläufig verknüpften politischen und der sexualisierten Aufladung, die mit Asexualität dann imho nichts mehr allzu viel zu tun hat zumal dann nicht wenn Asexualität dort eben nur noch als sehr kleines Rädchen anderen (sexual)politischen oder gar ideologischen Interessen untergeordnet wird also lediglich zu einem von vielen Mitteln für einen „übergeordneten“ Zweck degradiert wird. Umso stärker „übergeordnete“ politische/ideologische Ziele (aus allen Richtungen) aber der eigentliche Antriebsfaktor für die Öffentlichkeitsarbeit oder die Ausrichtung von Treffen sind/werden desto größer wird meiner Meinung nach auch die Gefahr in eine Subjektivität abzudriften nur ist es dann ggf. eine besonders hübsch verpackte und ggf. auch verschleierte Subjektivität, da man ja auf die Ressourcen anderer politisch aktiver Gruppen zurückgreifen kann und sich dabei als Teil eines „großen ganzen“ sehen kann. Das wiederum halte ich dann für extrem gefährlich. Narrative sind verführerisch aber wenn man Märchen erzählt kommt der Boomerang irgendwann zurück. Daher mein Appell diese Ebene gerade im Bereich der Aufklärung so weit als irgend möglich draußen zu halten. Gerade auch die Wissenschaft darf dabei nicht als ein Instrument gesehen werden um eigene oder fremde politische/ideologische Deutungen zu transportieren.

    Natürlich ist es auch nicht trivial im Hinblick auf die Qualität/Objektivität der Forschung die Spreu vom Weizen zu trennen. Ohne nun einen besonders guten Überblick zu haben würde ich aber die erwähnte Brotto et al. aktuell im Bereich der psychologischen Forschung wohl noch als das beste sehen was im Hinblick zum Thema Asexualität überhaupt stattfindet. Da sie wohl auch Mitglied des DSM-V Komitees war haben wir es hier zumindest mit einer Gruppe zu tun, die auf alle Fälle das methodologische Handwerkszeug beherrscht und meiner Meinung nach auch nicht versucht einen ideologisch motivierten Blickwinkel ggf. mit etwas Statistik aufzuhübschen um dem ganzen einen seriösen Anstrich zu verpassen wie das in anderen Bereichen sehr gerne passiert.

    2. Das größte Probleme vor allem mit den online publizierten Presseartikeln ohne (nennenswerte) Interaktionsmöglichkeit ist meiner Meinung nach nicht ihre nicht vorhandenen nachhaltige Wirkung (die Wirkung halte ich zumindest im Sinne einer Begriffsprägung sogar für ziemlich stark was dann natürlich problematisch wird wenn falsche oder zu stark vereinfachte Messages transportiert werden) sondern das größte Problem sehe ich in ihrer Redundanz. Jede weitere Iteration gleicher oder sehr ähnlicher Geschichten selbst wenn sie seriös wiedergegeben werden zieht zumindest langfristig gesehen ganz banal Aufmerksamkeit (und Klicks) von den Netzwerken ab in denen auch Diskussionen und/oder ein realer allgemeiner Austausch zum Thema Asexualität und zu allen möglichen anderen Themen zwischen Asexuellen und Interessierten stattfinden könn(t)en. Die hohe Reichweite wird also teuer erkauft. Das gilt natürlich vor allem für die großen Medienhäuser, die dann in Google eine hohe Position belegen aber teilweise auch schon für Blogs (und ggf. auch für Youtube etc.) da auch dort meist eine ziemlich einseitige Top-down-Kommunikation stattfindet. Ganz abgesehen davon, dass bei den großen Playern oftmals monetäre oder politische Interessen dahinter stecken können und Algorithmen und Werbung Einfluss auf den Kontext und die Wahrnehmung nehmen. Weniger ist in dem Bereich also imho tendenziell mehr. Ich fände es übrigens durchaus gut, wenn es im öffentlich direkt zugänglichen Bereich des Internets (also nicht Facebook und co.) noch interaktive Alternativen zu Aven gäbe die z.B. weniger auf Partnersuche als es AVENde (für mich leider) mittlerweile ist und weniger politisch-queer als AVENus ausgerichtet sind, aber da es in der Zeit von Whatsapp Chatgruppen und den sozialen Medien zumindest in Deutschland wohl nicht mehr möglich sein dürfte eine solche unabhängige Plattform mit genug Masse aufzubauen halte ich den Hinweis auf Aven bei der Erwähnung des Themas dann doch irgendwie für obligatorisch. Es wäre auch schön wenn wieder mehr Gruppen von innerhalb des Forums aus aktiv würden anstatt wie das die letzten Jahre leider zunehmen der Fall war das Forum nur noch als eine Ankündigungsplattform bzw. eine Ressource zu begreifen über die man User für externe Gruppen/Veranstaltungen abgreifen kann sonst ist zumindest die nicht von den sozialen Medien und Whatsapp abhängige „unpolitische“ Community in Deutschland fürchte ich sehr bald Geschichte.

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    1. Eben weil es im wissenschaftlichen Bereich die Möglichkeit des Diskurses gibt, halte ich dies auch für die beste und objektivste Möglichkeit, sich über Asexualität zu informieren.
      Da ich jedoch weiß, wie schwer es vielen Leuten fällt, sich über rein sachliche Informationen in andere hineinzuversetzen – was dann im täglichen Miteinander zu Kommunikationsschwierigkeiten führen kann – halte ich persönliche Geschichten sowie fiktive Narrative für eine sinnvolle Ergänzung. Dass diese nur einen Ausschnitt einer zudem subjektiven Wahrheit zeigen können, steht außer Frage.

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